Bugatti Chiron Sport: Motor, Leistung, Daten, Video

Rückblick Genf 2017: Bugatti zeigt mit dem Chiron den würdigen Erben des Veyron. Zurück in die Gegenwart, wieder Genf. Bugatti legt noch einen drauf und zwar mit dem Bugatti Chiron Sport. Bei 1.500 PS bleibt’s, aber...

Bugatti Chiron Sport 2018

Brutale 1.500 Pferde sowie 1.600 Nm stemmt der neue Bugatti Chiron - benannt nach dem Monegassen und Rennfahrer Louis Alexandre Chiron - aus seinem W16. Geplant sind 500 Einheiten. Stückpreis: schlappe 2,856 Millionen Euro. Trotzdem sind schon 300 weg. Mehr Power braucht ein Sportler jedenfalls nicht. Daher belässt es Bugatti bei der schieren Leistung. Belässt? Korrekt. Auf dem 88. Genfer Autosalon (bis 18. März) zeigt die VW-Tochter nämlich die neue Sportversion. Den Bugatti Chiron Sport. Statt noch mehr Bumms verspricht dieser schlicht mehr Agilität.

Bugatti Chiron Sport: Neues Handling-Paket

Dafür verpasst Bugatti dem Chiron (Sport) ein neues Handling-Paket. Das spart gut 18 kg Speck. Möglich machen es zum Beispiel Leichtbauräder. Außerdem diverse Teile aus Carbon. Etwa die Stabilisatoren oder die Abdeckung des Ladeluftkühlers. Der Clou sind allerdings eher die neu entwickelten Scheibenwischer, deren Gelenke in die Karosserie eingearbeitet sind. So sparen allein die Wischer 1,4 kg. Weitere Ideen sind leichteres Glas (hinten) oder eine ebenfalls leichtere Abgasblende.

Dazu ist das Fahrwerk zehn Prozent straffer abgestimmt und die Lenkung optimiert. Die Einstellungen sind im (ebenfalls neuen) Handling-Modus abrufbar. Darüber hinaus ist das Differential auf der Hinterachse modifiziert und mit Dynamic Torque Vectoring gepimpt. So verteilt der Chiron Sport die Momente auf jeder Seite individuell, was das Lenkverhalten verbessert. Übrigens in allen Fahrmodi.

Ergebnis: Der Bugatti Chiron Sport rennt noch schneller durch Kurven. Zahlen beweisen das. Auf dem Testgelände in Nardò (Italien) schaffte der Chiron mit dem Sport-Paket die Runde um ganze fünf Sekunden schneller als der reguläre Bugatti Chiron ohne Sport-Paket.

Chiron Sport: Design, Antrieb, Technik

Optisch hebt sich der Bugatti Chiron Sport dagegen kaum vom Basismodell ab. Unterschiede zeigt der Sport allein in einer neuen Abgasblende mit vier fetten Rohren und neuen Felgen. Das war’s. Dürfte aber letzten Endes egal sein. Denn so oder so ist gegen den Chiron kaum ein Kraut gewachsen. Wobei: Gegen Aufpreis bietet Bugatti sehr wohl ein spezielles Farb- und Ausstattungspaket. Mit dem können betuchte Kunden dann ihren Renner jeweils etwas individueller gestalten.

Unter der Haube bleibt es wie gesagt beim W16. Samt acht (!) Litern Hub, vier Abgasturbos und Ladeluftkühler. Eingebaut als Mittelmotor treibt das zarte Motörchen alle vier Räder an. Gepaart ist das Hubraum-Monster mit einer 7-Gang Doppelkupplung. Außerdem - statt der Multipoint-Injection - mit einer Einspritzung mit 32 Ventilen von Duplex. So erfüllt 16-Ender tatsächlich die Norm Euro 6. Die 1.500 PS und 1.600 Nm reichen schließlich für 420 Sachen Spitze. Möglich wären laut Simulation sogar 463 km/h. Ohne Speedlimiter sind 458 km/h drin. Der Sprint von null auf Tempo 100 dagegen dauert recht lange 4,93 Sekunden, was am doch böse hohen Gewicht von 1.995 kg liegen dürfte. Den Verbrauch nennt Bugatti vage mit unter 20 Litern auf 100 km genannt. Bei 516 g/km CO2.

Damit das Ungetüm überhaupt auf der Straße zu halten ist, sind immerhin diverse Helfer verbaut. Kontrolliertes Driften ist mit dem speziellen Easy-to-Drift-Schalter möglich.

Bugatti Chiron Sport 2018: Interieur & Preis

Apropos: Innen zeigt der Bugatti Chiron Sport eine geradezu mächtige Mittelkonsole, welche die beiden Sportsitze trennt. Mit Schwung zieht sich die Konsole in einem weiten, aber eleganten Bogen nach hinten und hinauf zum Rückspiegel. Das „Hufeisen“ zeigt der Chiron auch in seiner Seitenansicht. Gepimpt ist die Konsole zudem mit einem Lichtband mit LEDs. Der Fahrer selbst schaut auf digitale Instrumente, deren Mittelpunkt ein Tacho mit 500 (!) km/h stellt. Statt fette Screens setzt der Sport aber eher auf Purismus. Auf der Mittelkonsole thronen der Schalthebel sowie vier weitere Drehknöpfe aus Metall. Diese bedienen Klima, Ventilation oder Sitzheizung. Das Lenkrad birgt neben Schaltwippen die Knöpfe für die Fahrmodi und Start-Stopp.

Bugatti Chiron Sport 2018

Kosten soll der Bugatti Chiron Sport schließlich 2,65 Millionen Euro. Plus Steuern. Schon bei Reservierung sind 200.000 Euro fällig. Bei einer festen Bestellung weitere 900.000 Euro. Der Rest dann bei Lieferung. Bei den maximal 500 Stück wie damals beim Veyron bleibt es - trotz Sportversion. Gebaut werden im Bugatti-Werk Molsheim 65 Boliden pro Jahr. Damit wäre die noch offene Marge in knapp drei Jahren (2020/2021) erledigt. Die meisten Sportwagen (37 %) bleiben übrigens in Europa. Danach folgen Nordamerika (30 %) und der Nahe Osten (26 %).

Die Käufer sind natürlich entsprechend „betucht“ und besitzen im Schnitt 42 Fahrzeuge, 2,7 Privat-Jets, 3,2 Hubschrauber, 1,2 Yachten und 4,6 Immobilien.

Bugatti peilt neuen Speed-Rekord an

Mit dem Chiron will Bugatti übrigens seinen eigenen Speed-Rekord knacken. Diesen stellte laut Guinness Buch der Rekorde der alte Bugatti Veyron mit 431 km/h auf. Das Problem: Alles über 400 Sachen geht nicht nur extrem auf Motor und Getriebe. Sondern auch (und vor allem) auf die Reifen. Reifenpartner Michelin feilt daher an Gummis, die das Gewicht des Chiron von knapp zwei Tonnen und obendrein Leistung bzw. Drehmoment aushalten. Hierzu setzen die Franzosen auf Aramidfasern, die einen „negativen Temperaturkoeffizient“ bewirken. Heißt: Bei höherem Tempo ziehen sich die Fasern eher zusammen. So verringert sich nicht wie sonst üblich die Lauffläche der Reifen. Was wiederum mehr Grip und somit Kontrolle heißt.

September 2017 raste der Chiron übrigens mit Juan Pablo Montoya am Steuer in nur 42 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 400 und bremste brutal wieder runter auf null. Den Rekord egalisierte zwar recht schnell der Koenigsegg Agera RS um über fünf Sekunden. Möglich aber, dass Bugatti auch hier noch mal seine Muckis spielen lässt.

Bilder: Auto-Medienportal.Net / Bugatti - Video: YouTube / Bugatti

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