Motorradrennen: Pixers Ring in Breslau lockt

Pixers Ring? Noch nie gehört? Traurig. Aber auch keine Überraschung. Weil der Rundkurs nun mal nicht das Flair eines Nürburgrings hat. Nix mit Formel 1 oder MotoGP. Dafür eine kleine Rennstrecke für Otto Normal.

Motorradrennen auf dem Pixers Ring

Mal ehrlich: Welcher Biker (oder überhaupt PS-Freak) will seinen Ofen nicht mal richtig aufdrehen? Manch einer macht das gern im öffentlichen Verkehr. Das aber kann verdammt schief gehen. Hohe Bußgelder drohen. Sogar Fahrverbot. Zu Recht. Davon ab: Andere zu gefährden, ist ein absolutes Unding. Das Gerichte Raser mittlerweile hart abstrafen, ist nur richtig so. Zumal durchaus Alternativen locken. Ganz legal. Und zwar die Rennstrecke. Hockenheim, Oschersleben, Sachsenring, Nürburgring; sind da wohl spontane Einfälle. Tatsächlich sind auf diesen Strecken mitunter private Touren - selbstredend gegen Entgelt - möglich. Das Aber folgt prompt: Diese Rennstrecken sind vor allem auf Motorsportevents ausgedacht. Mal „so eben auf die Strecke“ ist kaum möglich.

Pixers Ring: Kleiner, aber feiner Rundkurs

Auf dem Pixers Ring ist das anders. Gut, der Kurs ist nicht Hockenheim. Nicht Oschersleben, nicht Nürburg- oder Sachsenring. Sondern eben der Pixers Ring. Nur zwei Kilometer lang, trotzdem sind drei Layouts möglich. Und vor allem ist der „Ring“ sieben Tage die Woche geöffnet. Für privat. Selbst für Nicht-Club-Mitglieder ist die Strecke von Montag bis Freitag zugänglich. Open Track nennt das der Pixers Ring. Wer will, kann die Strecke mieten. Für sich ganz allein. Sowie zu moderaten Preisen.

Pixers Ring Trainingsauto Ford Mustang 1964

20 Minuten spendiert der Pixers Ring für 13 Euro. Eine Stunde bekommt der Racefan für 35 Euro. Vier Stunden für 119 Euro. Zehn Stunden kosten schließlich 249 Euro. Das dürfte sogar am meisten lohnen. Denn der Pixers Ring liegt bei Wrocław in Polen. Viele kennen die Stadt an der Oder - mit fast 640.000 Einwohnern immerhin die viertgrößte Stadt unseres östlichen Nachbarn - unter ihrem alten Namen. Breslau. Einst Hauptstadt von Schlesien, später Niederschlesien, heute der Woiwodschaft (Bezirk) Niederschlesien.

Als „Venedig Polens“ lockt die Stadt mit unzähligen Brücken, vielen Museen und historischen Bauwerken. Kein Wunder also, dass Breslau bzw. Wrocław 2016 als Kulturhauptstadt Europas galt. Eine kleine Tour zum Pixers Ring lohnt damit quasi doppelt. Spaß auf der Strecke, Kultur in der Stadt. Zumal der Ring noch einiges mehr bieten kann. Zum Beispiel Motorradrennen, Drifts, Schulungen und Trainings. Letztere übrigens für Motorräder und Autos. Sowie von geschulten Instrukteuren. Eine Minikartbahn für die Kleinen ist ebenfalls vorhanden. Außerdem Trainingsautos wie Ford Focus RS, Subaru BRZ, ein 1964er Ford Mustang oder gar ein Tesla Model S.

Bilder: Pixers Ring