McLaren Speedtail: über 1.000 PS, über 400 km/h

Den Namen verriet McLaren bereits im Sommer. Nun ist der Renner selbst enthüllt. Mehr noch: Dank Hybrid soll der brandneue McLaren Speedtail BP23 über 400 Sachen schnell sein. Dafür sorgt ein Hybrid mit über 1.000 PS.

McLaren Speedtail

Da iss’er: der brandneue McLaren Speedtail. Intern schlicht BP23. Offizieller Erbe des legendären McLaren F1. Warum? Weil der neue Speedtail wie der F1 als Dreisitzer ausgelegt ist. Der Fahrer sitzt mittig wie in einem echten Rennwagen, die zwei Beifahrer leicht versetzt dahinter. Die tatsächlichen Innovationen des Speedtail sind aber eher technischer Natur.

McLaren Speedtail BP23 (2019): Hybridantrieb

Kein Wunder, denn der Name Speedtail steht für den puren Top Speed. Bei den Enthüllung des Namens versprach McLaren diesen noch mit mindestens 391 km/h. Jetzt sind es sogar über 400 Sachen. Konkret 403 km/h. Befeuert ist der Speedtail nämlich wie schon der McLaren P1 von einem Hybrid. Allzu viel will McLaren zu diesem bisher aber nicht offenbaren. Bekannt ist lediglich eine Systemleistung von 1.050 Pferden. Beim P1 waren es hingegen „nur“ 916 PS. Der frühere F1 kam sogar nur auf 627 PS. Mit der Power rennt Speedtail jedenfalls in 12,8 Sekunden von null auf - 300!

Der eigentliche Verbrenner - ein vier Liter großer V8 mit Biturbo - stammt aus dem McLaren 720S sowie dem McLaren Senna.

McLaren Speedtail: tiefe Nase, viel Carbon

Rein optisch ist der McLaren Speedtail BP23 ebenfalls alles andere als normal. Die Nase ist tief geduckt, das (flache) Dach läuft weit nach hinten aus. Kein Witz: Der hintere Überhang misst satte 1,33 m. Insgesamt kommt der Renner auf 5.137 mm Länge. Jedenfalls ist der Speedtail durch und durch auf Aerodynamik getrimmt und daher selbst für einen Supersportwagen extrem. Der Luftwiderstandsbeiwert beträgt irgendwas um die 0,2x cW. So ganz genau will McLaren den Wert noch nicht enthüllen. Dafür sind einige Details offensichtlich. Etwa die Abdeckungen aus Carbon für die Vorderräder, welche die Luft weniger verwirbeln sollen und sich bei der Fahrt nicht mitdrehen.

Ebenfalls bekannt sind kleine ausfahrbare HD-Kamera, welche die klassischen Außenspiegel ersetzen. Im Velocity-Modus fahren die Kamera ein, was einmal mehr die Aero optimieren soll. Gleiches gilt für die zwei Ruder am Heck, eine Art aktiver Spoiler ganz ohne Gelenk oder Scharnier. Die Flächen biegen sich automatisch und zwar in einem Winkel von bis zu 26 Grad nach oben. Noch mal zurück zum Velocity-Modus: Ist dieser aktiviert, senkt sich die Flunder um 35 mm ab. Im dem Fall ist der Speedtail nur noch 1,12 m hoch. Die Kühlung ist kaum weniger extrem. Vorn sind die Einlässe extrem flach, weitere Einlässe finden sich daher in den Radhaus-Schultern. Im Heck zeigt der Brite hingegen riesige Ausläse, in welche auch die Endrohre münden.

McLaren Speedtail: Hightech-Materialien und Gold

Trocken bringt der McLaren Speedtail BP23 übrigens nur 1.430 kg auf die Waage. Was natürlich nicht überrascht, sind die Karosserie und das Monocoque doch komplett aus Carbon gebacken. Die Felgen sind aus Aluminium hergestellt, auf welchen wieder fette Pirelli P-Zeros in 235/35 ZR 20 vorn bzw. 315/30 ZR 21 rotieren. Ein weiterer Coup ist das Hightech-Material „Titanium Deposition Carbon Fibre“, bei welchem McLaren Carbon mit einer Schicht Titan verschmilzt. Das bringt erstens mehr Steifigkeit. Zweitens den coolen Carbon-Look mit der silbern schimmernden Oberfläche.

McLaren Speedtail

Oder TPT (Thin-Ply Technology Carbon Fibre), das bereits von Uhren bekannt ist. Hierbei werden ultradünne Schichten Carbon im Winkel von jeweils 45 Grad verklebt, was eine Oberfläche wie fließendes Wasser ergibt. TPT kleidet (gegen Aufpreis) im McLaren Speedtail 2019 die Bedieneinheit im Dach, die Schaltpaddles und die Lenkradspange. Diese Extras spendiert McLaren zusammen mit einem Logo in 18 Karat Weißgold für 50.000 Pfund bzw. knapp 56.800 Euro.

McLaren Speedtail 2019: Innenraum

In das Interieur gelangen die Passagiere schließlich über Schmetterlingstüren, die auch gleich einen großen Teil des Dachs mitöffnen. Für mehr Raumgefühl ist die Frontscheibe weit in das Dach hineingezogen, die Dachsegmente der Türen dank elektrochromen Glas zudem durchsichtig. Der Clou: Diese Segmente lassen sich per Knopfdruck abdunkeln, typische Sonnenblenden sind daher keine nötig. Quasi das ganze Armaturenbrett ist eine große Anzeige: Der Fahrer erhält seine Infos auf einem mittigen Display, daneben prangen jeweils rechts und links weitere für die Beifahrer. Die Bedieneinheit ist wegen der fehlenden Mittelkonsole ins Dach verlegt.

McLaren Speedtail

McLaren legt übrigens Wert darauf, dass der Speedtail ein Hypercar GT ist. Also nicht nur für die Rennstrecke, sondern ebenso als Reiseauto taugt. Problematisch dürfte hier aber das magere Ladevolumen von gerade mal 160 Liter. Zweites Problem: Der Laderaum ist getrennt, gibt es doch jeweils vorn und hinten einen (kleinen) Kofferraum. Unter den Beifahrersitzen gibt es zwar noch Staufächer, mehr als Kleinkram schlucken die aber nicht.

McLaren Speedtail BP23: Nur 106 Einheiten

Die neue Ultimate Serie baut McLaren schließlich nur in einer Miniauflage von gerade mal 106 Stück. Die sind zudem bereits alle verkauft, restlos. 2019 startet die Produktion in Woking und zwar von Hand. Anfang 2020 ist der Renner dann offiziell zu haben. Oder eben nicht (mehr) zu haben. Pro Stück kassiert McLaren 1,75 Millionen Pfund plus Steuern. Das wären hierzulande knapp 2,4 Millionen Euro, inklusive Steuern.

Bilder & Video: McLaren